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Neues Faktenblatt der bundesweiten gründerinnenagentur zur Unternehmensnachfolge durch Frauen / Nationaler Aktionstag "Nachfolge ist weiblich!" am 23. Juni

Ausgabejahr
2015
Erscheinungsdatum
02.06.2015

Stuttgart, 2. Juni 2015

Aktuelle Entwicklungen und Studien belegen, dass die positive Entwicklung der Unternehmensnachfolgen durch Frauen und damit auch die deutsche Wirtschaft tatkräftige Unterstützung gut gebrauchen können. Deshalb findet am 23.Juni 2015 der Nationale Aktionstag unter dem Motto Nachfolge ist weiblich! statt. Unter Koordination der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) gestalten rund 100 Akteurinnen und Akteure 50 regionale Veranstaltungen und Aktionen und betreiben ein überregionales bga-Expertinnen-/ Expertentelefon, um ein Signal zu setzen und Unternehmensnachfolgen durch Frauen zu fördern.

Aktuelle Daten und Fakten zur wirtschaftlichen Bedeutung des weiblichen Nachfolgegeschehens

Der Anteil an erfolgreichen Unternehmensnachfolgen durch Frauen ist in den letzten 10 Jahren auf mehr als 20 Prozent angestiegen. Während bei den Söhnen der Familienunternehmen die Übernahmebereitschaft eher rückläufig scheint, setzen die Töchter vermehrt ihren Nachfolgeanspruch durch. Immerhin ein Drittel der Familienunternehmen haben eine Tochter als Nachfolgerin vorgesehen. Befragungen zeigen, dass Nachfolgerinnen ihre Unternehmen effizient führen und dabei äußerst flexibel und verantwortungsbewusst agieren. So meistern besonders Frauen ungeplante Übernahmen erfolgreich, was ein erheblicher Erfolgsfaktor ist, wie die Ergebnisse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) 2014 unterstreichen. Denn fast drei Viertel der Unternehmen verfügen weder über einen Übergabeplan, noch einen Notfallkoffer für den Fall des plötzlichen Ausscheidens des bisherigen Firmeneigners.

Zukünftige Übergeberinnen denken in dieser Hinsicht verantwortungsbewusster. Oft stellen sie bereits im Alter von 50 Jahren erste Überlegungen zur betrieblichen Nachfolge und zur Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze an. Sie sind gleichermaßen offen für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger und damit weniger voreingenommen als ihre Kollegen, die zu 73 Prozent einen männlichen Nachfolger bevorzugen.

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) geht davon aus, dass im Zeitraum von 2014 bis 2018 ca. 135.000 aller Familienbetriebe, die 91 Prozent aller deutschen Unternehmen ausmachen, zur Übergabe anstehen. Vom unternehmerischen Generationswechsel sind rund 2 Millionen Beschäftigte betroffen. Zusätzlich erwartet das IfM Bonn bis zum Jahr 2020 einen Anstieg der zur Übergabe anstehenden Unternehmen: in Westdeutschland um 16,4 Prozent und in Ostdeutschland um 19,2 Prozent. Gleichzeitig geht infolge des demografischen Wandels die Zahl der Erwerbstätigen zurück und damit auch die Zahl derjenigen, die für eine Betriebsnachfolge in Frage kommen. Ab 2030 wird für 49 Prozent der Bevölkerung ein Alter von über 65 Jahren prognostiziert.

Vor diesem Hintergrund ist es für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtiger denn je, Frauen zu mobilisieren und sie aktiv in die unternehmerischen Nachfolgelösungen einzubeziehen. Frauen sind heutzutage bestens qualifiziert, zu rund 73 Prozent erwerbstätig und 43 Prozent gehen in die unternehmerische Selbständigkeit. "Das hohe Leistungspotenzial und die Ergebnisorientierung von Frauen sichtbar zu machen und für die Unternehmensnachfolge aufzuschließen ist eine zentrale Intention des Nationalen Aktionstag, der am 23. Juni unter dem Motto Nachfolge ist weiblich! deutschlandweit stattfindet", so Iris Kronenbitter, Leiterin der bga.

Chefinnen gesucht: Bundesweiter Aktionstag mit rund 100 regionalen Akteurinnen und Akteuren

Rund 100 regionale Akteurinnen und Akteure in allen 16 Bundesländern beteiligen sich am Nationalen Aktionstag am 23. Juni unter dem Motto 'Nachfolge ist weiblich!'. Sie bieten verschiedene Veranstaltungen und Aktionen an, um Interessierte über die Unternehmensnachfolge zu informieren, zu beraten, zu qualifizieren und zu vernetzen. Insbesondere potenzielle Übernehmerinnen sollen für die Unternehmensnachfolge als eine attraktive Form der beruflichen Selbständigkeit und die Übergeberfamilien für die Potenziale von Töchtern, Mitarbeiterinnen oder Externen bei der Betriebsnachfolge sensibilisiert werden. Die Angebote reichen von Präsenzveranstaltungen wie z.B. Sprechtagen, Podiumsdiskussionen und Coachings, über eine überregionale Expertinnen- und Expertenhotline der bga, bis hin zu Online-Publikationen und Web-Meetings. Die Akteurinnen und Akteure informieren regional über ihre Aktivitäten. Die Veranstaltungen sind online zugänglich unter http://www.gruenderinnenportal.de/bga_ifex/Veranstaltungen_UNF/index.php

Das neue bga-Faktenblatt Nr. 38 "Unternehmensnachfolge durch Frauen - Daten und Fakten IV" steht als Download unter http://www.existenzgruenderinnen.de/DE/Mediathek/bga-Publikationen/bga-publikation_node.html zur Verfügung und kann in gedruckter Form bei der bundesweiten gründerinnenagentur unter bga@gruenderinnenagentur.de bestellt werden.

Weitere detaillierte Informationen zur Unternehmensnachfolge durch Frauen, zum Nationalen Aktionstag, zur Task Force, zur Wanderausstellung sowie zu weiteren Werbe- und Informationsmaterialien finden Sie unter http://www.existenzgruenderinnen.de/DE/Unternehmensnachfolge/unternehmensnachfolge_node.html

Kontakt:

bundesweite gründerinnenagentur (bga)
Haus der Wirtschaft
Willi-Bleicher-Str. 19
70174 Stuttgart

Telefon:  0711 - 12 32 532
Fax:  0711 - 12 32 556
E-Mail: 
www.existenzgruenderinnen.de

Über die bundesweite gründerinnenagentur (bga)
Die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist ein deutschlandweites Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen mit branchenübergreifenden Angeboten zu Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Die bga ist Ansprechpartnerin für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien sowie für Gründerinnen und Übernehmerinnen. Sie bündelt Kontakte und Informationen zu Expertinnen und Experten, Studien, Beratungseinrichtungen und Netzwerken in ganz Deutschland und wurde von der Europäischen Kommission als europäisches Erfolgsmodell ausgezeichnet. Die bga wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).