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Auftakt zur Roadshow 'Meine Zukunft: Chefin im Handwerk' am 6. April 2011 in Berlin - Baustein des Stufenplans 'Mehr Frauen – mehr Vielfalt in Führungspositionen' des BMFSFJ in Kooperation mit der bga

Ausgabejahr
2011
Erscheinungsdatum
06.04.2011

Obwohl immer mehr junge Frauen eine Ausbildung im Handwerk absolvieren und seit Jahren in den Gesellen- und Meisterprüfungen besser und erfolgreicher abschneiden als ihre männlichen Kollegen, ist die unternehmerische Selbstständigkeit längst noch nicht für jede Handwerkerin eine vorrangige Karriereoption. Zwar hat sich der Frauenanteil bei den bestandenen Meisterprüfungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdoppelt, doch im Bundesdurchschnitt verwirklichen lediglich 25 Prozent der Handwerkerinnen den Traum von einer Unternehmensgründung - verglichen mit der branchenübergreifenden Gründerinnenquote von rund 38 Prozent (KfW-Gründungsmonitor 2010) bestehen hier also noch erhebliche Potentiale.

Die Roadshow "Meine Zukunft: Chefin im Handwerk", deren Auftaktveranstaltung am 6. April 2011 um 12 Uhr im BTZ Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Berlin, Mehringdamm 14, 10961 Berlin, von der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) ausgerichtet wird, als Teil des Stufenplans "Mehr Frauen - mehr Vielfalt in Führungspositionen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verfolgt das Ziel, mehr Handwerkerinnen für den Karriereweg der Selbstständigkeit zu gewinnen.

"Die bundesweite gründerinnenagentur engagiert sich seit ihrer Gründung 2004 mit gezielten Angeboten dafür, Frauen aus dem Handwerk für die Chancen der beruflichen Selbstständigkeit zu sensibilisieren. Die Erfahrungen von Handwerkerinnen, die sich zur Unternehmensgründung entschlossen haben, aber auch die wissenschaftliche Forschung belegen, dass dieser Schritt sich lohnt. So ist für 76 Prozent der Gründerinnen im Handwerk die auf diesem Weg gewonnene Unabhängigkeit ausschlaggebend. 58 Prozent schätzen die berufliche Herausforderung und 54 Prozent die Möglichkeit der beruflichen Selbstverwirklichung. Fast die Hälfte aller selbstständigen Handwerkerinnen betont auch, dass flexiblere Arbeitszeiten und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für sie ausschlaggebend für eine Unternehmensgründung sind. Die Roadshow zeigt sechs tatkräftige Frauen, die den Weg in die Selbstständigkeit mit großem Erfolg gegangen sind, und möchte anderen Handwerkerinnen Mut machen, diesen Karriereschritt ebenfalls in Erwägung zu ziehen. Mit ihren Regionalverantwortlichen in allen 16 Bundesländern und einem Netzwerk von rund 1.800 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Beratung und Gründungsförderung begleitet die bundesweite gründerinnenagentur Gründerinnen in allen Phasen des Unternehmensauf- und -ausbaus", so Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweiten gründerinnenagentur.

Die BMFSFJ-Roadshow wird von 2011 u.a. in Hamburg, Bielefeld, Halle (Saale), Leipzig, Wiesbaden, Karlsruhe und Reutlingen gezeigt und tourt bis 2013 durch zahlreiche Handwerkskammern in ganz Deutschland. Sie ist eingebettet in eine Vielzahl von Veranstaltungen in den Ausbildungseinrichtungen des Handwerks , in Handwerkskammern und - betrieben und informiert über die wichtigsten Aspekte von der Unternehmensgründung bis hin zur Unternehmensnachfolgeplanung.

Fast jede dritte Frau startet Lehre im Handwerk, jede fünfte wird Meisterin - hohes Potenzial für Gründerinnen im Handwerk

Bereits heute sind Handwerkerinnen bestens dafür ausgebildet, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. So bestehen 85 Prozent der weiblichen Auszubildenden ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung im ersten Anlauf, während es bei den männlichen Kollegen lediglich 78,2 Prozent sind, so der Zentralverband des Deutschen Handwerks. 2009 erreichte die Zahl junger Frauen, die im Handwerk eine Lehre beginnen, mit 26,7 Prozent den höchsten Stand seit 20 Jahren und bereits 20 Prozent der Meisterprüfungen werden erfolgreich von Frauen abgelegt. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit kommt Vorbildern eine herausragende Bedeutung zu. 40 Prozent aller Gründerinnen im Handwerk wurden durch Selbstständige im Freundeskreis zur Unternehmensgründung inspiriert, 39 Prozent durch die Eltern und 27 Prozent durch Verwandte, so eine Studie der Fachhochschule des Mittelstands.

"Die BMFSFJ-Roadshow zeigt am Beispiel bereits erfolgreich selbstständiger Handwerkerinnen, wie sich der Weg zum eigenen Unternehmen realisieren lässt. Vorbilder wie diese spielen eine wichtige Rolle dabei, Frauen die Chancen und Potentiale der Selbstständigkeit vor Augen zu halten. Mit knapp einer Million Betrieben und rund fünf Millionen Beschäftigten gehört das Handwerk zu den zentralen Säulen der deutschen Wirtschaft. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sehen wir besonderen Handlungsbedarf, das Handwerk weiter zu stärken, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sicherzustellen. Ein wichtiger Punkt dieser Strategie ist es, Handwerksberufe für Frauen attraktiver zu machen und sie verstärkt auch zu eigenen Unternehmensgründungen beziehungsweise zur Übernahme eines bereits bestehenden Handwerksbetriebs im Zuge einer Unternehmensnachfolgeregelung zu motivieren. Die BMFSFJ-Roadshow ist ein wichtiger Teil dieser Strategie, denn sie zeigt anhand von konkreten Beispielen, wie Handwerkerinnen zu Chefinnen werden können", so bga-Leiterin Iris Kronenbitter.

Die Roadshow "Meine Zukunft: Chefin im Handwerk" ist bis zum 4. Mai 2011 im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Berlin zu sehen und wird im Anschluss die kommenden zwei Jahre in Handwerkskammern, Ausbildungseinrichtungen des Handwerks und Handwerksbetrieben in ganz Deutschland gezeigt.

Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender. Hier steht ein Flyer inkl. Anmeldeformular für die Auftaktveranstaltung zur Roadshow sowie ein Tourenplaner zur Verfügung. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Anmeldungen per E-Mail bitte an: chefin-im-handwerk@gruenderinnenagentur.de