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Europäisches Erfolgsmodell der bga

Ausgabejahr
2010
Erscheinungsdatum
09.06.2010

Marko Curavić, EU: "Europa braucht den Mut zum Unternehmertum – Länderinitiativen zu Gründungen von Frauen stärken die Zukunftsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Europas":

Europäisches Erfolgsmodell der bga: 6 Jahre erfolgreiche Verbundsarbeit für Existenzgründung von Frauen führen zu steigendem Anteil von weiblichen Unternehmensgründungen

  • Ländertreffen zu innovativen Zukunftsfeldern, Potenzialen, Erfolgsfaktoren am 14.6. in der Landesvertretung Saarland, Berlin

Unternehmensgründerinnen spielen in Deutschland eine immer größere Rolle. Sie bilden das am stärksten wachsende Segment im Existenzgründungsgeschehen – so verzeichnet der KFWGründungsmonitor 2009 steigende Gründungsraten und einen Frauenanteil von mittlerweile 41,1 Prozent bei den Neugründungen. Seit sechs Jahren wird diese Entwicklung von der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) als dem ersten und einzigen deutschlandweiten Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbstständigkeit von Frauen über alle Branchen und Phasen der Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge und ihren 16 Regionalverantwortlichen in allen Bundesländern unterstützt und gefördert. Die konkreten Erfolge zeigen sich darin, dass alle 16 Regionalverantwortlichen der bga ein erhöhtes Gründungsinteresse von Frauen verzeichnen, das seinen Ausdruck in steigenden Gründungsraten und einem beständig wachsenden Anteil der Frauen an den Selbstständigen insgesamt findet.

Für die komplementäre Bündelung regionaler Expertisen zu einer bundesweit wirksamen Gesamtorganisation mit über 1.700 regionalen Partnerinnen und Partnern unter ihrem Dach wurde die bundesweite gründerinnenagentur (bga) 2009 von der EU als europäisches Erfolgsmodell ausgezeichnet. Darüber hinaus hat sich die bga bei der Identifikation und Platzierung von innovativen Zukunftsfeldern im Kontext der Gründerinnenförderung einen Namen gemacht.

Im Rahmen eines exklusiven Ländertreffens am 14. Juni 2010 in der Landesvertretung des Saarlandes in Berlin wurden daher mit ca. 50 hochkarätigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Beratung innovative Zukunftsfelder und Best-Practice-Ansätze im Kontext der Existenzgründungsförderung für Frauen vorgestellt und gemeinsam vertieft.

Eröffnet wurde das Programm mit einem Grußwort des Ministerialdirigenten Jürgen Lennartz, Bevollmächtigter des Saarlandes beim Bund. Marko Curavić, Leiter der Unit Enterprise bei DG Enterprise & Industry, hob in seinem Vortrag zur "Female Entrepreneurship in der EU" besonders die Bedeutung von Länderinitiativen wie die der bga für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Europas hervor: "Der Mittelstand ist das Rückgrat der europäischen Wirtschaft, denn 99,8 Prozent der in der EU tätigen Firmen sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Im Rahmen des von der Europäischen Kommission etablierten Enterprise Europe Network ist es uns ein besonderes Anliegen, auch Frauen für unternehmerische Initiative zu sensibilisieren und zu motivieren. Erfolgreiche Vorbilder sind am ehesten dazu geeignet, den Mut zum Ergreifen einer eigenständigen Tätigkeit zu wecken. Die bundesweite gründerinnenagentur (bga), die von der Europäischen Kommission als ‚Best Practice’ für eine erfolgreiche Förderung des unternehmerischen Engagements von Frauen ausgezeichnet wurde, ist ein herausragendes Beispiel dafür, welche Wirkung sowohl in der Breite als auch in der Tiefe solche Aktivitäten entfalten können."

Als ein erfolgreiches Beispiel für die regionale Gründungsförderung stellte Prof. Dr. Markus M. Müller, Leiter der Abteilung Mittelstand des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg besonders die Potenziale von Gründerinnen und Unternehmerinnen für den Wirtschaftstandort Baden-Württemberg in den Blickpunkt: "Frauen tragen mit ihrem unternehmerischen Engagement dazu bei, den Mittelstand als das wirtschaftliche Rückgrat des Standorts Deutschland und der Regionen zu stärken. Die regionale und internationale Vernetzung zielgruppenspezifischer Förderung ist ein Erfolgsrezept zur Stimulierung von Unternehmensgründungen durch Frauen, denn die Vermittlung von Best Practices und die so präsentierten Vorbilder tragen zu einer Verbesserung des Gründungsklimas für Frauen bei. Baden-Württemberg versteht sich hier als Vorreiter und setzte bereits 1994 mit der Gründung der ifex – die Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge Baden-Württemberg ein Zeichen. Vor dem Hintergrund dieser Expertise wurde ifex 2003 mit dem Aufbau der bundesweiten gründerinnenagentur beauftragt und 2006 mit dem European Enterprise Award durch die EU ausgezeichnet. Die Vernetzung möglichst vieler Akteurinnen und Akteure des Gründungsgeschehens auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene führt, wie unsere Erfahrungen zeigen, zu einer deutlichen Stärkung der Gründungsdynamik von Frauen."

Prof. Dr. Claudia Gather von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin eröffnete den Horizont auf Unternehmensgründungen in Deutschland im internationalen Fokus: "Als Mitbegründerin der Genossenschaft WeiberWirtschaft in Berlin und im Rahmen meiner langjährigen Forschung zum Gründungsgeschehen von Frauen durfte ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten miterleben, dass eine genderspezifische Adressierung von Frauen als Gründerinnen in erheblichem Maße dazu beiträgt, Frauen bei der Mobilisierung ihres unternehmerischen Potenzials zu unterstützen. Die Arbeit der bundesweiten gründerinnenagentur hat diese Bemühungen auf eine neue Grundlage gestellt, die das bestehende Engagement in den Regionen unter einem Dach bündelt und darüber hinaus auch international Akzente setzt, wie die Auszeichnung als europäisches Erfolgsmodell unterstreicht. Diese internationale Präsenz und der damit verbundene Austausch setzt wichtige Signale, denn sie etabliert eine neue Unternehmerinnenkultur, innerhalb derer die Selbstständigkeit von Frauen die damit verbundene wirtschaftsgestaltende Kraft immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit wird." Unter dem Motto "Gründerinnen in die Pole Position!" präsentierte eine Talkrunde aus Regionalverantwortlichen der bga innovative Zukunftsfelder und Best-Practice-Ansätze aus den einzelnen Bundesländern, die in moderierten Round-Table-Gesprächen vertieft diskutiert wurden mit dem Ziel, Handlungsbedarfe, bislangungenutzte Potenziale und weiter führende Erfolgsfaktoren für die Länder zu identifizieren.

"Die multidimensionale Herangehensweise der bundesweiten gründerinnenagentur an Unternehmensgründungen von Frauen in den komplementären Aktionsfeldern Qualifizierung, Beratung, Netzwerke und Kooperationen illustriert den einzigartigen Mehrwert einer übergeordneten Zusammenarbeit zwischen Regionalverantwortlichen und der bga als Dach und Think-Tank. Durch den Know-how-Transfer zwischen den Regionen und der Bundesebene und die Anbindung an internationale Initiativen konnten konstruktive Prozesse zur Förderung der unternehmerischen Selbstständigkeit von Frauen optimiert werden. Das systematische Engagement in der frauenspezifischen Gründungsförderung, die Thematisierung von Zukunftsfeldern wie den Märkten der Kreativwirtschaft, innovativen, technologie- und wissensbasierten Gründungen sowie den lukrativen Dienstleistungsmärkten Gesundheit und Seniorenwirtschaft, aber auch die verstärkte Positionierung von Frauen als potenziellen Kandidatinnen für die Unternehmensnachfolge haben zu greifbaren Erfolgen geführt, denn nie war das weibliche Unternehmertum im öffentlichen Raum präsenter als heute und die Gründungsdynamik bei Frauen so stark", so Iris Kronenbitter, Projektleiterin der bundesweiten gründerinnenagentur."

Detaillierte Hintergrundinformationen zum gesamten Aktionsspektrum, den erreichten Erfolgen und Maßnahmen der bga und ihrer Regionalverantwortlichen aus allen Bundesländern liefert die aktuelle Publikation "Europäisches Erfolgsmodell bundesweite gründerinnenagentur (bga)", u.a. mit Vorworten der Bundesministerinnen Prof. Dr. Annette Schavan, Dr. Kristina Schröder sowie Bundesminister Rainer Brüderle, zum Download unter bga-Publikationen.