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Gründungsbranche Biotech im Aufwind / jedes 10. Biotech-Unternehmen wird unter weiblicher Mitwirkung gestartet

Ausgabejahr
2010
Erscheinungsdatum
05.02.2010

Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland hängt im wesentlichen davon ab, dass es der deutschen Wirtschaft gelingt, sich erfolgreich in den Branchen mit den größten Wachstumsaussichten und Erfolgspotenzialen zu positionieren. Der Biotech-Sektor gehört hier zu den vielversprechendsten Märkten. Ende 2008 wurden in Deutschland 500 Biotech-Unternehmen gezählt, die fast 15.000 Menschen beschäftigten und einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro erwirtschafteten. Trotz der Wirtschaftskrise erhöhte die Bio-Branche ihren Umsatz 2008 um neun Prozent.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt an diesen positiven Entwicklungen an und hat dazu aktuell eine neue Runde des Wettbewerbs „Go-Bio“ – „Gründungsoffensive Biotechnologie“ angekündigt. Bereits 2005 wurde dieser Wettbewerb vom BMBF ins Leben gerufen, um die Hürden für gründungsbereite Spitzenwissenschaftlerinnen und –Wissenschaftler zu senken und bereits im akademischen Umfeld künftigen Unternehmerinnen und Unternehmern den Weg zu bereiten. Über maximal sechs Jahre finanziert das Ministerium die Forschungsteams, die eine wissenschaftliche Idee zu einem marktfähigen Produkt weiter entwickeln und ein Unternehmen gründen wollen.

„Im Sommer 2010 wird es eine 4. Auswahlrunde von Go-Bio geben. Damit bekommen junge Forscherinnen und Forscher wieder die Chance, aus ihren wissenschaftlichen Ideen ein neues Unternehmen aufzubauen,“ erklärt Dr. Helge Braun, Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin.

Die Biotechnologie-Branche ist ein Aktionsfeld, das immer mehr auch weiblich besetzt wird. Allein in der pharmazeutischen Industrie ist mehr als dreißig Prozent des forschenden Personals weiblich. Und auch in den Startups der Bi-Branche sind mehr und mehr Frauen vertreten: gegenwärtig wird jedes zehnte Biotech-Unternehmen unter Mitwirkung einer Frau gegründet.

Die neue bga-Publikation „Gründungen von Frauen im Wachstumsmarkt Biotechnologie“ liefert einen differenzierten Überblick über die expandierende Biotech-Branche und porträtiert erfolgreiche Wissenschaftlerinnen, die aus ihren innovativen Forschungsideen heraus erfolgreich Unternehmen gegründet haben. Ein Serviceteil „Aus- und Weiterbildung“ präsentiert ergänzend nützliche Hinweise und weiterführende Informationen über die vielfältigen Berufswege und –Chancen in dem interdisziplinären Arbeitsgebiet der Biotech-Branche.

„Die Biotech-Branche ist ein Feld mit großem Potenzial für Unternehmensgründungen durch Frauen, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. Im Fach Biologie sind Frauen an deutschen Universitäten besonders gut vertreten, zwischen siebzig und achtzig Prozent der Studierenden sind weiblich. Ziel der bundesweiten gründerinnenagentur ist es, Frauen mit Kompetenzen und Qualifikationen für die Innovationsbranchen wie Biotech verstärkt für die Chancen zu sensibilisieren, die in der Selbständigkeit als Option der beruflichen Lebensplanung liegen“, so bga-Projektleiterin Claudia Böhnke, die bei der bundesweiten gründerinnenagentur den Arbeitsschwerpunkt technologieorientierte Gründungen verantwortet.